mscDas ist doch schon mal eine Ansage. "Ziel dieses Jahres ist der Aufstieg in die erste Bundesliga und diesbezüglich ist der Kader auch bestückt mit hochkarätigen Spielerinnen," blickt Yannick Schramm, Coach des Frauen Teams vom Marienburger SC (MSC), erwartungsfroh auf die neue Saison in der 2. Bundesliga, die für sein Team am 17. Mai mit dem TVM-Lokalderby gegen den RTHC Bayer Leverkusen beginnen wird. 

Knapp zwei Wochen vor der Meldefrist verrrät der Coach schon einmal wer in der Mannschaft ganz vorne auf den Top-Positionen aufschlagen wird. Dabei kann er mit einer Wimbledonsiegerin aufwarten. Iga Swiatek, die an Nummer 2 gemeldet wird, gewann im Vorjahr das Juniorinnen-Turnier in Wimbledon. Die 18-jährige Polin besiegte damals Leonie Kung (Schweiz) in zwei Sätzen. Bereits bei den French Open - nur wenige Tage davor - gewann sie mit ihrer Partnerin Catherine McNally die Doppelkonkurrenz. Aktuell steht Iga Swiatek derzeit auf der WTA-Rangliste auf Platz 125. 

"Für mich ist Iga eine zukünftige Top-Ten-Spielerin," traut Yannick Schramm der in Warschau gebürtigen Polin noch ganz Großes zu. In ihrer Heimat weiß man was man an ihr hat. Seit 2018 gehört sie zum Kader der polnischen Federation Cup Mannschaft. Ihre Erfolge aus dem Vorjahr verblüffen so manch einen. Denn nur ein Jahr zuvor hatte sich Iga bei einem ITF-Turnier in Warschau am rechten Sprunggelenk verletzt. Nach einer Operation musste sie erst einmal sieben Monate pausieren. 

Als Topspielerin wird beim MSC im Sommer Viktorija Golubic aufschlagen. Die 26-Jährige ist in Zürich (Schweiz) geboren. Sie kommt aus einer internationalen Familie. Ihr Vater hat kroatische, ihre Mutter serbische Wurzeln. Beide besitzen inzwischen auch die Schweizer Staatsangehörigkeit. Yannick Schramm kennt Victorija, die seit 2014 für die Schweiz auch im Federation-Cup spielt, bereits länger. "Sie spielte bereits 2016 einmal für uns."   

Seit 2013 trainiert Victorija an der Tennis Akademie von Robert Orlik in Kerpen. Man kennt sich also. Aktuell belegt sie in der Weltrangliste Platz 82. Ihren größten Erfolg verbuchte sie 2016, als sie die Swiss Open in Gstaad gewinnen konnte. Es war ihr erster Sieg auf der WTA Tour. 2016 war ein gutes Jahr für sie. Bei den French Open überstand sie die Quali und vermeldete im Hauptfeld anschließend noch einen Sieg. 

Erfolge im Einzel gegen in der Weltrangliste höher eingestufte Gegnerinnen wie Karolina Pliskova und Barbora Strychova in der Halbfinalbegegung mit der Schweiz im Fed-Cup gegen Tschechien waren weiter herausragende Ergebnisse von 2016. In einem Interview mit der Schweizer Illustrierten erläuterte sie ihren Formanstieg folgendermaßen. "Ich kann jetzt besser mit Sieg und Niederlagen umgehen. Ich habe die richtige Lebensphilosophie gefunden." Das bedeutete für sie. "Ich kann den Kopf im jetzt behalten. Ich will nicht zu weit vorausschauen oder in der Vergangenheit verharren, früher habe ich Niederlagen mit mir herumgetragen. Heute lösche ich sozusagen meine Festplatte."

Neben der Verpflichtung der beiden Spitzenspielerinnen, die vor der Meldefrist kein Geheimnis mehr darstellen, verweist Yannick Schramm auch noch ein wenig auf den Nachwuchs im Kader. So sollen die beiden 14 und 15 Jahre alten Sina Fackelmann und Laura Apata behutsam an künftige Bundesligaaufgaben herangführt werden."Sie sollen zunächst in der zweiten Mannschaft vorrangig in der Oberliga eingesetzt werden." Alle anderen deutschen Spielerinnen aus dem letztjährigen Kader sollen, so der Coach, auch im Sommer um Bundesligapunkte mitkämpfen. Die Pläne sind also so gut wie abgeschlossen. Die Saison könnte jetzt schon losgehen. Nach dem zweiten Platz im Vorjahr wollen sie jetzt durchstarten. Das Ziel ist formuliert: "Aufstieg" . (Michael Thoma)