image1Der gebürtige Kroate war 25 Jahre Turnierleiter beim offenen Jugendturnier der Stadt Alsdorf, das seit 33 Jahren immer über die Weihnachtstage und für den U21-Jahrgang zu Beginn des neuen Jahres stattfand.Vor acht Jahren hat er das Turnier an Tomas Behrend übergeben.Nico Jelic wurde im März vor 67 Jahren in kroatischen Brinjue geboren. Nach fünf Jahren siedelte die Familie nach Westdeuschland um. Heute lebt er mit seiner Frau in Alsdorf-Schaufenburg. Nico Jelic war ein Tennis-Seiteneinsteiger. Beruflich hatte er zunächst  KFZ-Mechaniker gelernt, bevor er seinen Lebensunterhalt als Tennistrainer verdiente. Aktiv ist Jelic noch in der Oberligamannschaft Herren 55 des TC Baesweiler. Michael Thoma stellte die Fragen.

Herr Jelic, Weihnachten und Silvester sind vorbei. Haben Sie über die Tage nicht irgendetwas vermisst?

(lacht) Jein muss ich da antworten. Natürlich denke ich häufig noch an das Turnier, das mich und auch meine Familie über die Feiertage doch sehr in Anspruch genommen hatte. Jetzt haben wir mehr Ruhe, lassen es entspannter angehen und nutzen die Zeit. Wir fahren häufiger wegund besuchen Kinder und Enkel. 

Das Turnier verfolgen Sie aber noch?

Klar, ich lass mich auch regelmäig im Sportforum Alsdorf blicken. Es ist ja nur ein paar Minuten von unserem Haus entfernt. Es ist dann immer schön,Bekannte zu treffen und auch über alte Zeiten zu plaudern. 

Ihrem Nachfolger haben Sie immer freie Hand gelassen?

Ich hab Tomas Behrend, der ja hier auch während seiner aktiven Zeit als Spieler gelebt hat, damals für die Nachfolge vorgeschlagen. Zuerst konnte ich ihn ja als Schirmherr für das Turnier gewinnen. Als er seine aktive Karriere ausklingen lies, war es dann für ihn naheliegend, das Turnier zu übernehmen. Er macht das gut. Deshalb mische ich mich auch nicht ein. Das Kapitel ist für mich abgeschlossen.

Aber Tennis spielen Sie noch...?

Ich spiele mit der 55er-Herrenmannschaft des TC Baesweiler in der Oberliga. Dafür muss man schon noch einiges tun.  Außerdem gebe ich im Club auch noch Gruppenunterricht für Kinder. Das macht mir immer noch viel Spass. In dem Verein war ich früher auch als Jugendwart aktiv. 

Sie sind ja ein Tennis-Seiteneinsteiger. Sie kommen vom Fußball, haben beruflich KFZ-Mechaniker gelernt und später auch als Heizungs- und Lüftungstechniker gearbeitet, bevor Tennis Sie ganz in Beschlag genommen hat. Wie kam das?

Es war damals die Zeit von Björn Borg und später Boris Becker und Steffi Graf. Die haben damals nicht nur die Tennis-Welt aufgemischt. Die Typen, der Sport, das hat mich so begeistert, dass ich beschloss, Tennis auch zu meinem beruflichen Lebensmittepunkt zu machen. Ich hab die Trainerscheine gemacht und in vielen Vereinen trainiert. Ja, und dann kam das Turnier. Ich habe es nie bereut. 

Das offene Jugendturnier der Stadt Alsdorf und später auch das U21-Turnier gehört immer noch zu den größten Nachwuchs-Turnieren in Deutschland.

Es hatte sich toll entwickelt. Am Anfang hatten wir einmal 460 Teilnehmer. Später konnte wir bei den U21-Turnieren auch ein Preisgeld zahlen. Das war für viele Ranglistenspieler ein Anreiz zum Jahresauftaktnach Alsdorf zu kommen. Es gab damalsauch viele Ranglistenspieler, die ihre erstes Turnier im Jahr in Alsdorf machten, weil sie sich für die Turniere in Australien nicht qualifizieren konnten. 

Sie kennen die Tennisszene. Was hat sich für den Nachwuchs verändert?.

Unser ganzes Freizeitverhalten hat sich ja geändert. Für Kinder und Jugendliche gibt es inzwischen ja so viel Möglichkeiten, sich aktiv in ihrer Freizeit zu beschäftigen. Hinzu kommt, dass Tennis eine schwierige Sportart ist. Man muss Geduld mitbringen, um dabei zu bleiben. Das fällt vielen heute schwer. Außerdem sind die Schulzeiten inzwischen für alle Sportarten nicht ideal. Wer hat  nach acht oder neun Stunden an der Schule noch Lust sich für etwas zu begeistern. Schade finde ich es auch, dass Tennis nicht mehr so häufig im Fernsehen präsent ist.

 Können Vereine gegensteuern?

Es hängt vom Umfeld ab. Vorstand, alle Ehrenamtliche und die Trainer müssen wasanbieten. Alle müssen versuchen die Mitglieder an den Club zu binden. Das geht nur über Angebote.

Sie haben inzwischen mehr Zeit. Was holen Sie nach was früher aus Zeitgründen nicht möglich war?

Ich bin mehr mit der Familie zusammen. Mit meiner Frau unternehme ich viele Reisen. Am liebsten fahren wir nach Kroatien.

Ist die nächste Generation Jelic auch vom Tennis-Virus befallen?

Mein jüngster Enkel, der garade mal vier Jahre alt ist, hat echt Talent. Da bin ich mal gespannt wie er sich so entwickelt. Ihn will ich behutsam an die Sportart heranführen. Für das Alsdorfer Jugendturnier ist er aber noch zu jung (lacht).