Hellweg kleinSeibert kleinÜber eine Woche lang war das Tennis-Leistungszentrum in Chorweiler mit den TVM-Hallenmeisterschaften in Beschlag genommen. Mit Lisa-Marie Hellweg und Tim Seibert haben sich in den offenen Klassen zwei Nachwuchsspieler durchgesetzt. Vor allem das Damenfinale bot viel Dramatik und fand erst im Championstiebreak seine Entscheidung. Der 18-jährige Seibert zeigte im Herren-Finale mit einer souveränen Leistung seine ganze Klasse und feierte den ersten Verbandstitel bei den "Großen". Im Gegensatz zum Vorjahr wurden bei der diesjährigen Auflage in zwölf statt in zehn Altersklassen die Sieger ermittelt.

Seiberts starker Aufschlag macht den Unterschied 

Das mit Abstand größte Feld war die offene Herren-Klasse mit 40 Spielern, wo sich Nachwuchs-Talent Tim Seibert (TTC Brauweiler) mit 6:3, 6:3 gegen Nikolas Walterscheid-Tukic (Marienburger SC) durchsetzte und den ersten Verbandstitel im Erwachsenen-Bereich feierte. Der 18-Jährige Abiturient sorgt nun auch bei der offenen Klasse für Furore, nachdem er zuvor Dauer-Sieger im Junioren-Bereich war. Sowohl im Sommer, als auch in der Halle ist er der aktuelle U18-Titelträger im Verband und hat auch zuvor in jüngeren Jahrgängen schon zahlreiche Titel gesammelt. Gegen den hoch gewachsenen Schlacks mit dem starken Aufschlag war für den 20-jährigen Walterscheid-Tukic kein Kraut gewachsen. Dieser stand erstmals bei den Senioren in einem TVM-Finale. Der jahrelang für RW Troisdorf spielende 20-Jährige ist erst vor der Wintersaison zum Marienburger SC gewechselt. Die an drei (Seibert) und zwei gesetzten Finalisten hatten in der Vorschlussrunde Schwerstarbeit zu verrichten. Seibert bezwang den Topgesetzten Vorjahresfinalisten Christian Hansen (Marienburger SC) mit 3:6, 6:3, 12:10. Walterscheid-Tukic besiegte den an vier gesetzten Lars Lotter-Becker (Bonner THV) mit 5:7, 6:3, 10:6.

Bei den Damen hatte am Ende die an Position vier gesetzte Lisa-Marie Hellweg (RW Troisdorf) die Nase vorn. Sie besiegte die an drei gesetzte Emmeline Polevoi (Bayer Leverkusen) mit 3:6, 7:6, 10:2 und feierte damit den größten Erfolg ihrer Karriere. In einem spannenden zweiten Satz rettete sich die 20-Jährige in Satz drei, den sie dann souverän für sich gestalten konnte. „Sie hat erst vor vier Wochen ein Turnier abgesagt, um bei den Verbandsmeisterschaften fit zu sein. Der Plan ist aufgegangen“, freute sich Trainer Mike Doering. Überraschend kam hier schon das Aus für die Topgesetzte Malin Cubukcu (RW Köln), die schon in Runde drei gegen die ungesetzte Fional Schwarzer (GG Bensberg) mit 2:6, 6:7 unterlag.

Orga-Chefin Rehbronn hat alles im Griff

Bei dem gut dotierten Turnier konnten sich die Sieger bei den Damen und Herren über einen Siegerscheck in Höhe von 650 Euro freuen, der Unterlegene im Finale nahm immerhin noch 450 Euro mit nach Hause. Für die Verlierer im Halbfinale gab es 250 Euro und auch die Plätze fünf bis acht wurden noch mit 100 Euro Preisgeld belohnt. Auch bei den Herren 30 und 40 sowie Damen 40 gab es noch Preisgelder von 300 bis 50 Euro. Die älteren Altersklassen-Finalisten nahmen Geschenk-Gutscheine in Höhe von 100 und 60 Euro mit nach Hause. Neu hinzugekommen waren bei der 2017er-Auflage die Damen 40 sowie die Herren 70. Organisatorin Monika Rehbronn hatte mal wieder alles im Griff. Seit über 25 Jahren ist sie bereits im Orga-Team und seit vier Jahren liegt die Gestaltung der Spielpläne federführend in ihrer Hand. „Sie macht das ganz hervorragend. Es gibt so gut wie keine Verzögerung. Sie geht auf die Wünsche der Spieler ein und schafft es mit ihrer Erfahrung, alles zeitgerecht über die Bühne zu bekommen“, sagt Mitstreiter und Oberschiedsrichter Jo Beckers.

Viele bekannte Namen fanden sich am Endspieltag ein. So freute sich Herren 50-Sieger Guido Steil (Marienburger SC) über den dritten TVM-Titel in Folge. Im vergangenen Winter gewann er noch bei den Herren 45 und im Sommer schon bei den 50ern. Dauer-Sieger Peter Maier (Bonner THV) musste angeschlagen diesmal im ewigen Duell mit Rainer Borucki (Marienburger SC) bei den Herren 65 mit 2:6, 3:6 den Kürzeren ziehen. Vor Jahresfrist hatte Meier noch die Nase vorn, weil Borucki verletzt nicht zum Finale antreten konnte. Lutz Groeger (RW Porz) hat mit dem Erfolg bei den Herren 55 seiner Sammlung einen weiteren Titel hinzugefügt, nachdem er sich im vergangenen Jahr im Finale geschlagen geben musste. Bei den Herren 30 sicherte sich Tim Smicek (TTC Brauweiler) nach seiner Final-Niederlage vor zwölf Monaten den Titel.

Alle Finalresultate der Konkurrenzen:

Herren: Tim Seibert (TTC Brauweiler) – Nikolas Walterscheid-Tukic (Marienburger SC) 6:3, 6:3, Herren 30: Tim Smicek (TTC Brauweiler) – Thomas Olschewski (RW Köln) 6:3, 7:6, Herren 40: Oliver Heidkamp (TG Leverkusen) – Ralf Esser (TK Am Stadtwald Rheinbach) 1:6, 6:3, 10:8, Herren 45: Ralf Fuchs (Rodenkirchener TC) – Michael Wollenschein (RW Königsdorf) 6:4, 2:1, Aufgabe, Herren 50: Guido Steil (Marienburger SC) – Oliver Flotho (GG Bensberg) 6:3, 6:0, Herren 55: Lutz Groeger (RW Porz) – Marko Langer (BW Köln) 6:0, 6:2, Herren 60: Michael Rasche (SW Bonn) – Peter-Heinz Schillings (RW Hangelar) 7:6, 3:6, 10:4, Herren 65: Rainer Borucki (Marienburger SC) - Peter Maier (Bonner THC) 6:3, 6:2, Herren 70: Gerhard Groell (Lese GW Köln) – Klaus-Wilhelm Müthrath (TC Weiden) 6:1, 6:2, Damen: Lisa-Marie Hellweg (RW Troisdorf) – Emmeline Polevoi (RTHC Bayer Leverkusen) 3:6, 7:6, 10:2, Damen 40: Nina Laskey (BW Köln) – Judith Fangmann (TC Weiden) 6:1, 6:1, Damen 50: Karin Reichenbach (TC Weiden) – Petra Arndt (TC Königsforst) 6:4, 6:0.

Ergebnis-Tableaus hier

Text: Quentin Bröhl