Bundesliga SymbolDie Meister und Absteiger stehen fest. Die Bundesliga ist bis zum nächsten Frühjahr nicht mehr im Blickfeld der breiten Öffentlichkeit. In den Vereinen muss aber bereits jetzt der Blick nach vorne gerichtet werden. Für die Verantwortlichen geht es geht um die Kaderplanung, Sponsorenfragen und andere organisatorische Punkte. Die Wintermonate werden für die Bundesliga-Macher vom TVM keineswegs langweilig. Ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen.

 

Aachen bleibt als Tennisstandort auf der Bundesliga Landkarte erhalten. Nach dem Abstieg von Blau-Weiss Aachen wird Nachbar Kurhaus auch im nächsten Jahr wieder erstklassig aufschlagen. Das berichtet Alexander Legsding, der sportliche Leiter des vielfachen Deutschen Meister, von dem richtungsweisenden Gespräch über die Zukunft der Mannschaft mit dem Hauptsponsor, Dr. Hermann Bühlbecker.K1024 Cuevas BWAaachen

"Wir werden mit demselben kleinen Budget wie zuletzt die nächste Saison angehen", sagt Legsding. Mit dem 3. Platz der letzten Saison waren sie beim fünffachen Deutschen Meister trotz kleiner Abstriche zufrieden. "Wir mussten zu oft unseren Trainer einsetzen", erzählt die sportliche Leitung. "Darcis und auch Petzschner hatten Zusagen für vier bzw sechs Spiele gegeben. Verletzungen oder auch Erfolge bei Turnieren machten Striche durch die planerische Rechnung. Daraus wollen sie ihre Lehren ziehen. Wir müssen mehr in der Breite aufstellen", sagt Legsding.

Das Aachener-Derby fällt erstmal weg

Die personellen Baustellen waren auch ein Punkt, den der Hauptsponsor nach der Saison kritísch anmerkte. "Wenn alles so gelaufen wäre wie wir uns das vorgestellt haben, wäre möglicherweise die Vizemeisterschaft drin gewesen",erklärt Legsding. Spitzenspieler sollen, soweit der finanzielle Rahmen das erlaubt, auch künftig für die Kurpark- Mannschaft aufschlagen. "Cuevas würde sehr gerne bei uns bleiben", so Legsding. Die nächsten Wochen werden auf jeden Fall arbeitsintensiv.

Schade findet er, dass es in der nächsten Saison in der Bundesliga kein Lokalderby mit Blau-Weiss Aachen mehr geben wird. "Die Spiele waren immer sehr reizvoll und haben auch in der Stadt für großes Interesse gesorgt," weint der Kurhaus- Mann dem Blau-Weiss-Abstieg eine kleine Träne nach. Es bleibt das TVM-Derby gegen Rot-Weiss Köln. Durch die beiden Aufsteiger BW Neuss und TV Reutlingen ist die Liga wieder komplett. Damit müssen die Teams einmal mehr ran als zuletzt. Nach neun Spielen werden somit auch wieder zwei Teams in den sauren Apfel des Abstiegs beißen.

Brown TBDaran wollen sie im Kurpark keinen Gedanken verschwenden. Sie wollen weiter erstklassig mitspielen und für den eigenen Nachwuchs auch Vorbild bleiben. Denn erstklassig präsentieren sich derzeit auch einige der jüngsten Teams im Club. Der gerade mal gut 300 Mitglieder große Verein im Kurpark stellt inzwischen drei Nachwuchsteams in der Oberliga. Zu den Knaben und Mädchen gesellen sich nun nach ihrem Aufstieg auch die Junioren.

RW Köln sucht Sponsoren

Für die neue Saison sucht Rot-Weiss Köln für sein Bundesligateam noch einen neuen Hauptsponsor. Der bisherige Namensgeber "Deutsche Öl und Gas" hat sich als Sponsor aus dem Bundesligaengagement zurückgezogen. "Es war klar, dass diese Zusammenarbeit nur auf Zeit war", kommentiert Rot-Weiss Tennischefin Sussan Karimi die neue Situation. "Wir müssen uns jetzt eben wieder neu orientieren. Aber das bekommen wir schon hin", sagt sie weiter. Weitergehen wird es auf jeden Fall mit der Bundesliga in Köln. "Die Erfahrungen der letzten drei Jahre waren durchweg positiv. Das Bundesliga Tennis wird angenommen, das war für uns wichtig", erläutert Sussan Karimi den optimischen Blick nach vorne.

Gelassenheit bei den Aachener Damen

Steffi und Thilo Fritschi, Trainer des Damen-Vizemeisters schauen der neuen Saison gelassen entgegen. Mitten im Herbst macht man sich noch keinen Stress. "Wir arbeiten zurzeit an der neuen Mannschaft", erzählt Steffi Fritschi, die alljährlich anstehenden winterlichen Aktivitäten. Nach dem großartigen Erfolg in der letzten Saison sind viele der Spielerinnen auch bei anderen Clubs sehr begehrt. "Wir wollen natürlich versuchen, möglichst alle zu halten", sagt der Trainerstab. Fest zugesagt hat bisher lediglich Petra Martic. Die 24-jährige Kroatin verblüffte zuletzt international bei den French Open und in Wimbledon. Beide Male gelang der Sprung ins Viertelfinale.

Gefreut haben sich die Fritschis, dass der DTV Hannover wieder erstklassig ist. Mit der niedersächsischen Metropole verbinden beide gute Erinnerungen. Dort haben sie sich kennengelernt. Er spielte damals beim DTV in Hannover, sie beim TC Benderstorf. Damals waren beide auch die Nummer 1 der Niedersachsen-Rangliste. "Die Hannoveraner werden eine ambitionierte Mannschaft aufbieten", sagen beide und freuen sich schon auf das Wiedersehen mit alten Bekannten.

Text: Michael Thoma