K1024 Moneke TVMEin Turnier zu gewinnen ohne auch nur einen Satz abzugeben, kann nicht nur wie zuletzt in Wimbledon ein Roger Federer. Das Kunststück gelang Steven Moneke vom Marienburger SC bei den TVM-Titelkämpfen in Leverkusen. An Nummer 4 gesetzt, bezwang er im Finale den topgesetzten Jean-Marc Werner (BW Lechenich) glatt mit 6:2,6:0. Bei seinem erst zweiten Auftritt bei TVM-Meisterschaften holte er sich den Titel.

"Der klare Finalsieg war sicher für viele überraschend, auch für mich", sagt Steven Moneke und erinnert sich an den heißen Finaltag in Leverkusen. "Das Match war hart umkämpft. Letztendlich konnte ich die engen Spiele zu meinen Gunsten entscheiden", analysiert er das 6:0 im 2. Satz. "Mein Gegner hatte in diesen Phasen wohl auch mehr mit der Hitze zu kämpfen. So kam alles zusammen."

Seit drei Jahren spielt Stefen Moneke, der im Mai seinen 31. Geburtstag feierte, beim Marienburger SC. Mit ihm belegte das Herrenteam in dieser Saison in der Regionalliga den 3. Platz. Der Kontakt zum MSC kam zustande, als er an der Kölner Sporthochschule seinen Master in Sportmanagement begann. Es war bereits sein zweites Studium. Nach dem Abitur in seiner Heimatstadt Gießen hatte er die Möglichkeit, in den USA an der Ohio State University vier Jahre lange Hobby und Studium zu verbinden. "Ich habe damals in den College-Teams gespielt und meinen Bachelor-Abschluss in International Business gemacht", erzählt er begeistert von der abwechslungsreichen und lehrreichen Zeit in der Millionenstadt Columbus.

Profi

Zurück in der Heimat konzentrierte er sich anschließend weitere vier Jahre nur auf Tennis. "Ich war als Profi auf der Tour unterwegs, wollte das auch mal ausprobieren", beschreibt er diese Etappe, auf der er auch acht Titel bei Future-Turnieren einheimste. Aus dem Ausprobieren sollte aber kein Dauerzustand werden. Mit 27 wurde es auch mal Zeit, an die berufliche Zukunft zu denken. Die kann er jedoch entspannt angehen, denn der Weg ist so gut wie vorgezeichnet. "Mein Vater betreibt in Gießen ein großes Sport-und Fitness-Zentrum, bei dem ich später mal einsteigen kann", erzählt Moneke.K1024 Moneke Handshake

Vor diesem Hintergrund hatte es Steven Moneke auch nicht eilig: Nach den Erfahrungen auf dem Tennisplatz drängte es den Ex-Tennis-Profi noch einmal in den Hörsaal. Mit dem Studium an der Sporthochschule Köln in der Fachrichtung Sportmanagement wollte er sich für die berufliche Zukunft noch fitter machen. Seinen Vater wird`s gefreut haben.

Ballorientiert

Beim Papa in Gießen hat er auch mit dem Tennisspielen begonnen. Vier Jahre alt war er damals. "Ich musste immer was mit Bällen machen", erklärt er sein Faible für den kleinen Filzball. Fußball hat er auch noch gespielt, bis Tennis dann als Teenager die absolute Nummer 1 wurde. Beim TC Blau-Gelb Alten-Buseck, einem Ort in der Nähe von Gießen, entwickelte er sich zum Herrenoberligaspieler. Später spielte er noch einige Jahre Regionalliga in Kronberg im Taunus, bevor er dann in Bremerhaven ein Jahr Bundesligaerfahrung sammelte.

Seitdem ist der Hesse vom MSC ein "Kölsche Jung" in Teilzeit. Die Pendelei zwischen Gießen, wo er im Sportzentrum seines Vater Trainerstunden gibt, und seinen Einsätzen beim MSC macht ihm nichts aus. Hinzu kommen die Fahrten zu nationalen Turnieren, die er noch mitnehmen will. Außerdem betreut er Nachwuchsspieler auf Turnieren. Sein Navy kennt inzwischen schon die besten Schleichwege zu den Tennisplätzen.

HSV-Fan

Manchmal zieht`s ihn auch in den hohen Norden, nicht nur um die Oma in Hamburg zu besuchen. Als eingefleischter HSV-Fan versucht er so oft wie möglich seinem Lieblingsverein die Daumen zu drücken. Auch beruflich hat er beim HSV als Praktikant in das Bundesligageschäft reinschnuppern können. "Ich war damals im Marketing unter anderem für die Sponsorenbetreuung zuständig." Steven Moneke war und ist also immer noch mehrspurig unterwegs. Bevor es wieder dauerhaft nach Gießen geht, will der 31-Jährige weiter ein wenig Tennis spielen, auch genießen - beim MSC oder bei Verbandsmeisterschaften. Die muss er ja nicht immer ohne Satzverlust gewinnen.

Text: Michael Thoma