K1024 WME RekerNach 23 Jahren Vorstandsarbeit im TVM im Bereich Senioren und Breitensport gab Arno Reker vor zwei Jahren sein Amt an Lutz Groeger ab. In seinem Verein Rot-Weiss Bliesheim war der heute 71-jährige gebürtige Erftstädter auch 21 Jahre als Vorsitzender aktiv. Er selbst hat beim THC Brühl das Tennisspielen gelernt. Später war er hinauf bis zur Oberliga ein leidenschaftlicher Medenspieler.

Redaktion: In Ihrer Zeit als TVM Vorstand ist die Zahl der Senioren Tennisspieler stetig angewachsen. War es schwierig die "Alten" zu managen?

Reker: (lacht) Nein, überhaupt nicht. Wir kannten uns ja fast alle. Es war sehr harmonisch. Probleme kannte ich nicht.

Red.: Auch im Breitensportbereich waren Sie im Vorstand mitverantwortlich. Siegen in dieser Zeit die Ansprüche und Erwartungen?

Reker: Der Breitensport wurde hauptsächlich in die Bezirke verlagert. Ich musste das Ganze koordinieren. Wir hatten uns regelmäßig getroffen. Das lief alles problemlos.

Red.: Wie wurden Sie für den TVM-Vorstandsjob entdeckt?

Reker: Ich spielte damals in Frechen und da haben mich Dr. Jost, der damalige Vorsitzende des Verbandes, und sein Nachfolger Dr. Weber auf der Anlage angesprochen. So hat sich das entwickelt. Wir waren uns schnell einig.

Red.: Sie konnten ja schon einiges vorweisen. Vor Ihrer Vorstandsarbeit im Verband waren Sie viele Jahre als Vorsitzender bei RW Bliesheim aktiv.

Reker: Der Verein war damals gerade erst gegründet. Ich war 34 jahre alt und bin direkt gefragt worden, ob ich Vorsitzender werden wollte. Wir wohnten zu der Zeit direkt neben der Anlage, deshalb war es irgendwie naheliegend, ja zu sagen. Zunächst hatte ich das Amt fünf Jahre inne, dann - nach einer kleinen Pause - weitere 16 Jahre.

Red.: Wie haben Sie das Amt verstanden?

Reker: Ich wollte es allen recht machen. Leistungs-und Hobbyspieler wurden gleich behandelt. Das klappte gut. Ebenfalls legte ich großen Wert auch das Gesellige im Club. Viele Aktionen machten uns auch überregional bekannt. Einmal wurden wir vom DTB als Verein mit den besten Ideen bei der Mitgliedergewinnung ausgezeichnet.

Red.: Gibt es spontane Erinnerungen an Ihre Funktionärsarbeit?

Reker: (lacht) Als wir im damaligen Interclub in Köln die Jungsenioren-Europameisterschaften ausgerichtet haben, spielte ich bei einem Promiturnier im Doppel an der Seite von Ilie Nastase. Das war schon lustig und interessant für mich als ehemaligen Verbandsligaspieler. Ich war zudem an der Organisation des Turniers beteiligt.

Red.: Wie kamen Sie als Kind zum Tennissport?

Reker: Der THC Brühl suchte per Mitgliederwerbung neue Spieler. Ich hatte Interesse und war dann auch schnell total begeistert von der Sportart.

Red.: Spielen Sie heute noch?

Reker: Nein. Ich hatte vor sieben Jahren einen Schlaganfall, Deshalb geht das nicht mehr. Aber ich fühle mich inzwischen wieder ganz gut. Jetzt muss ich mich im Alltag um meine Frau kümmern, die gesundheitliche Probleme hat. Ich bin sozusagen Hausmann und hab inzwischen großen Respekt vor der Arbeit einer Hausfrau oder Mutter.

Red.: Am Tennisgeschehen sind Sie aber sicher noch interessiert?

Reker: Klar, man bekommt die Sportwelt heutzutage durch das Fernsehen ja sozusagen ins Wohnzimmer transportiert. Da verpasst man nichts. Früher waren wir häufig live vor Ort, auch bei großen Turnieren wie Wimbledon oder Paris. Jetzt machen das meine Söhne mit den Enkelkindern. Die sind natürlich genauso tennisverrückt wie die Eltern.

Red.: In Ihrer Kindheit hatten Sie noch eine andere Leidenschaft. Sie sollen ein ganz guter Fußballer gewesen sein.

Reker: Mit der A-Jugend von Bliesheim standen wir einmal im Finale um die Mittelrhein-Meisterschaft . Wir verloren damals gegen den 1.FC Köln mit 0:5.

Red.: Wieso hat Tennis am Ende den Vorzug erhalten?

Reker: Ich machte damals gerade das Abitur und studierte später Bauingenieurswesen in Aachen. Dann wurde es mit Fußball alles etwas kompliziert. Deshalb blieb ich beim Tennnis. Das hab ich auch nie bereut.

Das Interview führte Michael Thoma.