K1024 Teambild BW Herren 2017Gleich im ersten Spiel treffen die beiden Aachener Bundesligisten Blau-Weiss und Kurhaus aufeinander - dieses Mal auf der Anlage von Blau-Weiss. Ein sportlich reizvolles Aufeinandertreffen. Schon Monate vor dem ersten Aufschlag dieser Begegnung haben die Macher von Blau-Weiss nicht nur in sportlichen Kategorien gedacht. "Das wird eine echte organisatorische Herausforderung", sagt Vorstandsmitglied Marc Zander.

"Wir haben jetzt schon Anfragen für Eintrittskarten", weist er auf das riesengroße Interesse fürs Stadtderby hin. "Wahrscheinlich werden wir nummerierte Eintrittskarten ausgeben, sonst platzt hier alles aus den Nähten." 1000 Zuschauer ist das Limit. Mehr passen nicht auf die schmucke Anlage am Luxemburger Ring. Für den Vorstand wird es eine Feuertaufe.

Schwerer Auftakt In sportlicher Hinsicht wollen die Gastgeber den Gegner aus dem Kurpark Paroli bieten. "Die sind natürlich Favorit," sagt Cheftrainer Alexander Jakubec. Der Heimvorteil zähle aus seiner Sicht nicht viel. Das Spiel im Vorjahr gewann Kurhaus mit 4:2 auf der eigenen Anlage. Aber wer damals dabei war, erinnert sich, dass das keine klare Angelegenheit war.

Nach dem lokalen Kraftakt zum Auftakt erklären Marc Zander und Alexander Jakubec die beiden darauffolgenden Spiele als richtungsweisend. Am 14. Juli muss Blau-Weiss beim Aufsteiger in Weinheim antreten. Man weiß recht wenig über das Team aus der Nähe von Mannheim, nur so viel: "Das ist ein Team, das nicht zu unterschätzen ist. Die werden versuchen auf jeden Fall gegen uns zu gewinnen“, sagt Jakubec. Marc Zander präzisiert: "Ein Sieg wird nötig sein, um die Klasse zu halten." Ob zu diesem frühen Zeitpunkt bereits die Weichen gestellt werden, bleibt abzuwarten. Der Respekt vor dem Aufsteiger, aber auch ein wenig Bammel bleiben.

Ausgeglichene Liga Nach der Kurzvisite im Südwesten der Republik steht zwei Tage später am Sonntag bereits der nächste große Gegner zuhause auf dem Spielplan: Blau-Weiss Halle. Ein attraktiver Gegner, gegen den die Gastgeber sicher unbefangener auftreten können als gegen Weinheim. Sie sind Außenseiter. Aber im Hinterkopf haben sie noch das legendäre Unentschieden gegen Halle in der letzten Saison. Der Punktgewinn beim 3:3 war damals sicher ausschlaggebend, dass die Aachener auch in diesem Jahr erstklassig spielen. "Nach dem Wochenende werden wir sehen, wo wir stehen und wie die Saison weiter verlaufen wird", prognostiziert Marc Zander. Denn anschließend heißen die Gegner Krefeld, Gladbach, Düsseldorf, Köln und Mannheim. "Das sind alles Mannschaften, die um den Titel mitspielen können", sagt Zander und verweist damit auf die Ausgeglichenheit der Liga. "Favoriten sind schwer auszumachen", fügt Jakubec hinzu. "Aber das ist gut für die Liga."

Realistische Ziele Ihr Abschneiden im Aufstiegsjahr hat den Aachener auch viel Respekt bei den Gegnern eingebracht. "Wir werden inzwischen ernst genommen, was nicht unbedingt von Vorteil für uns sein muss", sagt der Cheftrainer. Während in vielen anderen Vereinen in puncto Klassenerhalt zunächst mal Entspannung angesagt ist, weil nur ein Team absteigt, denkt man am Luxemburger Ring ganz anders. "Gerade weil nur einer absteigt, wird die Saison für uns schwerer", erklärt Marc Zander. Der Klassenerhalt ist somit das Ziel. "Das wäre super", so der allgemeine Tenor für das zweite Jahr im Oberhaus. "Und wenn es nicht klappt, kein Problem." Diese Standardaussage zur Saisonprognose gehört bei Blau-Weiss nun mal dazu. Und sie meinen das auch so. Folgendes Motto gilt: Die Teilnahme ist der Erfolg, der Klassenerhalt die Sensation.

Gute Verstärkungen Olivo Renzo, der Neue, soll helfen, die Sensation zu realisieren. Der Argentinier hat bei Kurhaus in Aachen bereits einmal Bundesligaluft geschnuppert. "Er ist unser erster Spieler aus den Top 100", erzählen die Verantwortlichen und freuen sich zurecht über die Verpflichtung des 25-jährigen Sandplatzspielers. Neu ist auch Edouard Roger-Vasselin. Der 34-jährige Franzose ist ein erfahrener Doppelspezialist. Im Vorjahr stand er mit seinem Landsmann Julien Benneteau im Wimbledon-Finale. 2014 gewann er bei den French Open mit demselben Partner sogar das Turnier. Das sollte doch für eine Bundesligabewerbung reichen. Ersetzen soll er David Marrero, den Doppelweltmeister von 2016, der, so Mark Zander, aus Termingründen für diese Saison nicht mehr in Frage kam.

Berechtigter Optimismus Doppelvertrauen haben die Blau-Weiss-Fans auch in ihre beiden Belgier Ruben Bemelmans und Janris de Loore. Beide haben im Daviscup-Spiel gegen Deutschland das Doppel gegen die Zverev-Brüder gewonnen. Optimismus ist bei der geballten Doppelkompetenz völlig berechtigt. "Wir haben einen tollen Teamgeist und können jede Partie offen halten", sagt Cheftrainer Alexander Jakubec und hofft auf eine Saison mit vielen positiven Überraschungen für Blau Weiss.

Autor: Michael Thoma