K1024 WME MronzMichael Mronz, vor 50 Jahren in Köln Lindenthal geboren, ist einer der erfolgreichsten Sportmanager in Deutschland. Er organisierte und vermarktete selbst Tennisturniere aber auch andere große Sportevents wie die Leichtatheltik-WM in Berlin. Beim Aachener Laurensberger Renverein (ALRV) ist er seit 20 Jahren Geschäftsführer der Reitturnier GmbH. 2006 wurde er Sportmanager des Jahres. Michael Mronz war mit dem früheren Außenminister Guido Westerwelle, der im März 2016 starb, verheiratet.

Redaktion: Herr Mronz, ich erreiche Sie gerade in New York. Urlaub oder Arbeit?

Mronz: Ich bin hier, um zu lernen. Amerika ist sicher das Land mit den innovativsten Ideen für jemanden, der Sportevents ausrichtet. Ich will mich vielfältig austauschen, um im Rahmen der Digitalisierung neue Dinge nach vorne zu bringen.

Redaktion: Nach zwei Marathonläufen und den BWM Open in München geht es im Juli mit Ihrem "Hauptjob" in Aachen weiter. Als Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH sind sie nunmehr schon seit 20 Jahren für die Vermarktung des weltgrößten Reitturniers, dem CHIO, verantwortlich. Wo liegen die Herausforderungen?

Mronz: Wir versuchen natürlich diese Großveranstaltung immer weiter zu entwickeln. Erst im letzten Jahr haben wir erstmals eine Mischform von Vielseitigkeit-, Springreiten und Fahrprüfungen entwickelt. Die ist sehr gut angenommen worden. Aber auch im digitalen Bereich sind wir bei diesem weltweiten Event noch nicht ausgereizt.

Redaktion: Parallel zum Reitturnier startet ja auch die Tennis Bundesliga. Ihr Heimatverein Rot-Weiss Köln ist nun schon im dritten Jahr mit dabei. Wie sehen Sie dessen Entwicklung?

Mronz: Ich finde die Entwicklung sehr positiv. Die Zuschauer nehmen die Liga an, obwohl die Probleme da sind. Die besten Spieler können nicht immer für den Verein spielen. Das ist aber auch ein Reiz. Medial kann die Bundesliga sicher noch aufgewertet werden. Im Zeitalter der Digitalisierung kann vieles einfacher umgesetzt werden.

Redaktion: Ideen gehen Ihnen scheinbar nicht aus. Vor nicht allzu langer Zeit haben Sie die Initiative, "Olympia 2028 im Ruhrgebiet" angestoßen.

Mronz: Das ist ein spannendes Projekt. Wir erstellen derzeit ein Planungspapier. Das Besondere an der Idee ist ja, dass hier eine optimale Infrastrukur besteht. Fast alle Sportstätten sind so gut wie vorhanden. Bei meinen Gesprächen stelle ich immer wieder fest, dass die Kommunen die Idee begrüßen und sehr offen damit umgehen.

Redaktion: Dennoch dreht sich bei Ihnen ja nicht alles nur um den Sport. Sie engagieren sich für die Initiative "Ein Herz für Kinder" und für die Stiftung Ihres verstorbenen Mannes, die "Westerwelle Foundation".

Mronz: Meinem Mann lag der Mittelstand immer ganz besonders am Herzen. Mit der Stiftung versuchen wir Entwicklungen anzustoßen und Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum zu schaffen. Bei der Aktion "Ein Herz für Kinder" ist derzeit Afrika ein Schwerpunkt. Die Kinder haben dort sicher schlechtere Startmöglichkeiten. Da wollen wir mit unserer Hilfe für eine bessere Ausbildung ansetzen.

Redaktion: Sie sind im März 50 geworden. Ein besonderer Tag?

Mronz: Nein, für mich ist das nur ein Datum. Ich will weiter neugierig und offen für alles Neue bleiben. Ich freu mich darauf noch vieles angehen zu können. Die 50 ist für mich der Motor älter zu werden.

Redaktion: Wie bleiben Sie fit?

Mronz: Ich spiele Golf und versuche regelmäßig zu laufen.

Das Interview führte Michael Thomas, freier Journalist und Mitarbeiter des TVM. Das Interview stammt aus der aktuellen Ausgabe der TVM-Zeitung. Hier geht's direkt ins Heft.